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Demenzerkrankungen – die Herausforderung in der Zukunft

Dieses Jahr werden weltweit ca. 9,9 Millionen neue Fälle einer Demenzerkrankung weltweit diagnostiziert werden. Dies entspricht ein Fall alle 3 Sekunden.
Die Anzahl der mit dieser Erkrankung lebenden Menschen wird von derzeit 46 Millionen auf 131 Millionen im Jahr 2050 ansteigen. Die Kosten zur Behandlung der Demenz beträgt derzeit ca. 818 Milliarden $. Es wird erwartet, dass diese bis 2018 auf 1000 Milliarden und bis 2030 auf 2000 Milliarden US-Dollar ansteigen werden. So die Prognose des im August dieses Jahres veröffentlichten Berichtes von „Alzheimer Disease International“ (AID). Dieser 88-seitige Bericht, von einem Ärzteteam des Kings College London verfasst, spricht für sich.

Es gibt viele Formen von Demenzerkrankungen, die häufigste und bekannteste ist die Alzheimer Krankheit. An 2. Stelle steht jedoch auch die so genannte vaskuläre Demenz, eine durch zunehmende Durchblutungsstörungen des Gehirns ausgelöste Erkrankung, die häufig nach mehreren Schlaganfällen auftreten kann. Weitere Formen ist die Kreuzfeld Jakob Krankheit, dass Korsakow Syndrom (vor allem bei chronischem Alkoholismus) sowie die Parkinson Demenz.

Meist fallen diese Erkrankungen dadurch auf, dass die kognitiven Fähigkeiten wie Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassen, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache, Sprechen und Urteilsvermögen im Sinne der Fähigkeit zur Entscheidung, aber auch die emotionalen und sozialen Fähigkeiten nachlassen. Am Anfang dieser Erkrankung leidet vor allem das Kurzzeitgedächtnis, häufig erkennbar durch Wiederholen des kürzlich gesagten, Verlegen von Gegenständen an unüblichen Orten (Autoschlüssel im Kühlschrank etc.). Erst im weiteren Verlauf verschwinden auch Inhalte des Langzeitgedächtnisses, so dass die Betroffenen zunehmend die während ihres Lebens erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten verlieren.

Die Demenzerkrankung wird ohne Zweifel in der Zukunft eine globale Herausforderung darstellen, genau wie der Klimawandel. Ohne Zweifel ist die Forschung und Therapie der Demenzerkrankungen einer der größten Aufgaben aller weltweit agierenden Wissenschaftler und Gesundheitsorganisationen.

Wenn die Demenz ein Land wäre, wäre dieses eine Nation, die in einer Rangliste der wirtschaftlich größten Länder an 18. Stelle stehen würde. Der Marktwert würde denen der großen Marken wie Apple (742 Milliarden $), Google (368 Milliarden $) und Exxon (357 Milliarden $) übersteigen.

In vielen Teilen dieser Welt ist die Diagnose einer Demenz mit einem Stigma und sozialer Isolation behaftet. Ca. 94 % der mit Demenz lebenden Menschen in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen werden zuhause versorgt. In vielen Regionen können die Gesundheitssysteme nur eine sehr begrenzte oder gar keine Unterstützung für die Familienangehörigen bieten. Dabei könnte durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der Krankheitsverlauf erheblich verzögert werden. Schon nach wenigen Wochen könnte eine richtige Therapie zu einer deutlichen Verbesserung der Gedächtnisleistungen führen.

Den Autoren des Berichtes zufolge, sollten Demenzerkrankungen an oberster Stelle der zukünftigen gesundheitlichen Interessen bestehen. An 1. Stelle sollte dafür gesorgt werden, dass die betroffenen Menschen in würdigen Umständen mit dieser Erkrankung leben können. Auch sollte alles dafür getan werden, um die Risiken einer Demenzerkrankung in den künftigen Generationen zu reduzieren. „Hier vor allem ist eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung zu erwähnen. Genauso wichtig ist es aber, neben Schule, Ausbildung und Beruf Hobbys nachzugehen und den Kontakt zu anderen Menschen zu suchen“, so laut Informationen des Bundesministerium für Familie. „Denn das menschliche Gehirn braucht Reize und Anstöße, um leistungsfähig zu werden und zu bleiben. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass körperlich fitte und geistig rege Menschen seltener demenzkrank werden. Vorbeugung lohnt sich also“.

Eines ist ganz sicher: die Anzahl der Menschen die mit einer Demenz leben werden steigt ständig, vor allem in den Niedriglohnländern aber auch in den Industrienationen. Und mit der Anzahl steigen auch die Kosten für die Betreuung in astronomische Höhen.

Aus diesem Grund muss auch die Forschung dieser Erkrankung unbedingt ausgeweitet und finanziell unterstützt werden. Hierfür wären „lediglich“ 300 Millionen $ für das Jahr 2016 erforderlich, ein relativ überschaubarer Betrag verglichen mit den Kosten, die diese Krankheit verursacht. Dies ist der einzige Weg, diese Epidemie in den Griff zu bekommen.

L. Chadid

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