Eisenmangel – was man über den Eisenbedarf wissen sollte

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Eisenmangel – was man über den Eisenbedarf wissen sollte

Man sollte es nicht glauben, Eisen, ein Metall, welches unter Luft- und Wassereinfluss so leicht rosten kann, ist ein äußert wichtiger Bestandteil unseres Körpers. Insgesamt beträgt die Eisenmenge in unserem Körper 3,5g, also kaum mehr als eine Teelöffelspitze. Der tägliche Eisenverlust von 1,5mg (0,0015g) wird in einem gesunden Körper bei regelrechter Ernährung normaler Weise durch die Nahrungszufuhr ausgeglichen.

Es gibt jedoch eine Vielzahl von Erkrankungen, die mit einer Abnahme des Gesamtkörpereisens einhergehen und durch die Nahrung alleine nicht mehr ausgeglichen werden kann. Unbehandelt führt dies zwangsläufig zu einem Eisenmangel und im Verlauf zu einer Blutarmut (Anämie). Der Eisenmangel ist die häufigste Mangelerkrankung weltweit: bis zu 10% der euro¬pä¬ischen Bevölkerung sind betroffen, bei Frauen im gebärfähigen Alter liegt die Häufigkeit sogar bei etwa 20%.

Doch wie kommt es zu solch einem Eisenmangel? Wir verlieren vor allem durch Operationen oder verstärkte Monatsblutungen viel Eisen, in diesem Rahmen erwähnenswert sind auch Mikroblutungen im Darm, die durch Entzündungen, größere Polypen oder gar durch bösartige Tumore verursacht werden (daher ist ein regelmäßiger Test auf verstecktes Blut im Stuhl sehr wichtig). Häufig ist aber auch die Aufnahme von Eisen in den Körperkreislauf gestört. Dies vor allem bei chronisch entzündlichen Prozessen wie Rheuma, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Nierenerkrankungen und vielen anderen chronischen Entzündungen. Auch nach operativen Entfernungen von bestimmten Segmenten des Magens oder des Dünndarmes (z.B. nach Krebsoperationen) wird dieses wichtige Element nur unzureichend resorbiert. Zuletzt sollte aber auch der erhöhte Eisenbedarf z.B. bei Hochleistungssportler oder bei Schwangerschaft erwähnt werden.

Bevor sich solche Eisenverluste durch eine Blutarmut (erniedrigten Hb-Wert) im Labor bemerkbar machen, bedient sich der Körper seiner Eisenspeicher, um beispielsweise die Blutbildung oder andere wichtige physiologische und metabolische Prozesse aufrecht zu erhalten. Dennoch können auch schon in dieser Phase typische Symptome des Eisenmangels wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwäche, Schwindel, Herzrasen, Atemnot unter Belastung –aber auch in Ruhe, sowie neurologische Komplikationen bis hin zu Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen auftreten. Was aber aus Sicht des Kardiologen sehr wichtig erscheint ist die Tatsache, dass ein Eisenmangel die Herzpumpleistung zusätzlich schwächen kann. Daher sollte jeder Patient mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) auch auf einen möglichen Eisenmangel getestet werden (Ferritin, Transferrin und Transferrinsättigung). Studien belegen eindeutig, dass eine Eisentherapie bei Herzinsuffizienz bereits nach wenigen Wochen die Belastbarkeit und Lebensqualität der behandelten Studienteilnehmer verbesserte. Die Subanalyse der Studie zeigte zudem, dass für Patienten mit zusätzlicher chronischer Nierenschwäche, bereits nach 4 Wochen eine leichte Verbesserung der Nierenfunktion zu beobachten war.

Ist im Labor schon eine Anämie erkennbar, kann man davon ausgehen, dass die Eisenspeicher völlig entleert sind. Neben einer ausführlichen Suche nach der Ursache sollten in diesem Fall eine Eisentherapie eingeleitet werden. Eine Tablettentherapie ist sehr langwierig und mit vielen Nebenwirkungen behaftet, insbesondere da das Eisen nur im Nüchternzustand gut resorbiert wird. Es kommt häufig zu Übelkeit und Brechreiz, so dass viele Patienten die Tabletten nach kurzer Zeit absetzen. Ausserdem nutzen die Tabletten bei Erkrankungen, die mit einer Resorptionsstörung einhergehen, nicht viel. Verträgt der Patient aber diese

Therapie gut, sollte diese über mindestens 6-8 Wochen unter regelmäßiger Kontrolle des Eisenspeicherwertes Ferritin fortgesetzt werden.

Aus diesem Grund gleicht eine intravenöse Gabe von Eisen den Eisenmangel wesentlich schneller und zuverlässiger aus. Doch Vorsicht ist geboten: nicht selten kann es zu heftigen allergischen Reaktionen bis hin zum Kreislaufschock kommen. Daher sollte eine solche Infusionstherapie nur in entsprechend gut ausgerüsteten Praxen mit in dieser Therapie erfahrenen Ärzten durchgeführt werden.

Dr. Luai Chadid

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