Feintuning mit Botox

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Feintuning mit Botox

Aus der ästhetischen Dermatologie ist Botox heute nicht mehr wegzudenken und gilt als sicherer und effizienter „Faltenkiller“

Doch der Wirkstoff wird immer wieder heftig diskutiert. Faltenfreie Schönheit und Jugendlichkeit erhoffen sich die einen, ein ausdrucksloses Maskengesicht fürchten die anderen. Beide Extrempositionen sind so nicht richtig. Ein Wundermittel für ewige Jugend ist Botox sicher nicht, es kann aber dabei helfen, ein dynamisches, attraktives Aussehen zu bewahren, ohne dass man „geliftet“ oder „künstlich“ aussieht. Denn genau darum geht es: Patienten wünschen heute dezente Effekte, die natürlich wirken, die eigene Persönlichkeit erhalten und die Gesamtausstrahlung positiv beeinflussen. Um zu verstehen, was Botox hier leisten kann, muss man wissen, was es ist und auf welche Weise es wirkt.

Botox ist die Abkürzung für Botulinumtoxin Typ A, ein natürliches Protein, das biotechnologisch aus einem Bakterium gewonnen wird. Erstmals wurde die Substanz 1817 beschrieben. Mit über 4.000 wissenschaftlichen und medizinischen Publikationen zählt Botox zu einem der am umfassendsten erforschten und dokumentierten Wirkstoffen der Welt. Die spezifische Wirkweise: Botox vermindert die Muskelkontraktion durch Blockade des hierfür nötigen Botenstoffes, das heißt es entspannt den Muskel, in den es injiziert wird. Damit ist es ein hochwirksames Medikament mit vielfältigen Anwendungsgebieten. So wird Botox beispielsweise zur Therapie neurologischer Bewegungsstörungen mit spastischen Muskelverkrampfungen, bei Schielen, bei Spannungskopfschmerz oder Migräne erfolgreich eingesetzt.

In der Ästhetischen Medizin eignet es sich vor allem zur Faltenbehandlung und zur Verbesserung des Hautbildes. Mittlerweile ist die Faltenbehandlung mit dem Wirkstoff sowohl in Deutschland als auch weltweit das am häufigsten angewendete ästhetische Verfahren. Bei richtiger Anwendung und Dosierung in der Hand eines erfahrenen Arztes ist nicht zu befürchten, dass die natürliche Mimik negativ beeinträchtigt wird.

Aufgrund seines Wirkmechanismus (Muskelentspannung) wirkt Botox besonders gut bei dynamischen oder mimischen Falten, die Folge der aktiven Muskelbewegung im Gesicht sind. Dazu gehören die Lachfältchen oder „Krähenfüße“ am Auge, „Denkerfalten“ auf der Stirn oder die steile „Zornesfalte“ (medizinisch Glabellafalte) zwischen den Augenbrauen, die bei vielen Menschen durch einen jahrelangen, konzentrierten Gesichtsausdruck entsteht. Diese Form der Falten kann gemildert oder sogar beseitigt werden. Der Arzt injiziert Botox in kleinen Dosen gezielt in die überaktiven, Falten verursachenden Muskeln. Die Substanz entspannt dort wirksam Mimikmuskeln und glättet damit zugleich auch Falten. Die Patienten sehen erholt und vitaler aus.

Die Wirkung hält drei bis sechs Monate an, bei wiederholter Anwendung auch länger. Botox selbst wirkt nur vorübergehend. Mikroskopische Untersuchungen konnten zeigen, dass sich die durch Botox bedingten Veränderungen nach einigen Monaten komplett zurückbilden. Nach Beendigung der Wirkung ist weder vom Wirkstoff noch von seinen Effekten an den Nerven etwas nachzuweisen. Da ein ruhig gestellter Muskel aber meist etwas schwächer wird, wird oft weniger Wirkstoff benötigt, um bei regelmäßigen Anwendungen den gleichen muskelentspannenden Effekt zu erreichen. Aufgrund der geringeren Aktivität einzelner Gesichtsmuskeln gewöhnt man sich zudem eine besonders Falten verursachende Mimik ab und vermindert so gleichzeitig die Entstehung neuer Falten.

Grundsätzlich betrachtet der Dermatologe bei der modernen Faltentherapie das Gesicht als Ganzes. Für fast jede Faltenart gibt es die passende Behandlungsform. Für dynamische Mimikfalten ist Botox das Mittel der Wahl, für statische, durch Volumenverlust verursachte Falten eignen sich Dermalfiller zum Aufpolstern am besten. Mehrere Verfahren, die an verschiedenen Komponenten des Alterungsprozesses ansetzen, können auch effizient kombiniert werden. Besonders im oberen Gesichtsdrittel ist Botox gut mit Füllsubstanzen wie Hyaluronsäure kombinierbar – in nur einer Sitzung. Auch Kombinationen von Botox mit Lasertherapien oder Peelings sind möglich und können das Ergebnis effizient optimieren. Dezente Faltenkorrektur liegt übrigens zunehmend auch bei Männern voll im Trend.

Botox hat sich noch bei einem anderen, ästhetisch und sozial sehr störenden Leiden bewährt: krankhaftem Schwitzen (Hyperhidrose). Als sehr wirkungsvoll mit bis zu 12monatiger Dauer haben sich lokale Botox-Injektionen in die Achselhöhle erwiesen. Hierbei werden die Nervenimpulse blockiert, die die Schweißsekretion anregen. Vereinfacht gesagt: Die Schweißdrüsen werden adhoc „lahmgelegt“, und man kann wieder unbeschwert unter Menschen gehen.

Dr. Joachim von Rohr ist Dermatologe, Phlebologe und Allergologe an der Clínica Picasso in Palma. Tel.: 971-22 06 66.
www. clinica-picasso.eu

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