Was tun bei Warzen?

Gefährliche Raupen
12 März, 2016
Zika-Virus: ein Gesundheitsrisiko oder nur Panikmache?
12 April, 2016

Was tun bei Warzen?

Lästig, ansteckend, kosmetisch störend – und manchmal gefährlich: Bei Warzen vorsichtshalber immer einen Hautarzt aufsuchen!

Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Warzen sind harmlos, verursachen wenig oder gar keine Beschwerden und verschwinden oft wieder von selbst. Doch Vorsicht, man kann sich täuschen, denn Warze ist nicht gleich Warze. Und nicht alles, was wie eine Warze aussieht, ist auch tatsächlich eine.

Die Unterscheidung, worum es sich bei einem warzenartigen Gebilde tatsächlich handelt – es könnten auch andere Hauterkrankungen vorliegen –, und ob und mit welchen Methoden es zu behandeln ist, kann nur ein Dermatologe zweifelsfrei stellen. Selber daran „herumdoktern“ sollte man auf gar keinen Fall, denn Entzündungen und Ausbreitung können die Folge sein. Ganz wichtig: Nicht jede Hautveränderung ist gutartig – auch bestimmte (seltene!) Formen von Hautkrebs können warzenähnliche Erscheinungen auslösen. Im Zweifelsfall entnimmt der Arzt etwas Hautgewebe, um es im Labor histologisch untersuchen zu lassen.

Verursacht werden die meisten „echten“ Warzenarten durch eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV), von denen rund 150 Typen bekannt sind. Die Übertragung kann von Mensch zu Mensch erfolgen, etwa beim Händeschütteln, aber auch durch Schmierinfektionen in Schwimmbad, Sauna oder durch gemeinsames Benutzen von Handtüchern. Die Viren dringen über winzige Risse oder Verletzungen in die oberste Hautschicht ein, regen die Vermehrung der Zellen an und lassen die Haut wuchern. Eine geschwächte Abwehr, gestörte Durchblutung, übermäßiges Schwitzen und feuchtes Milieu begünstigen die Infektion.

Hier eine Übersicht der wichtigsten Warzentypen und anderer – äußerlich leicht zu verwechselnden – Hauterscheinungen.

Gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares): die typische und häufigste Warzenart, vorwiegend an den Händen, manchmal auch an den Füßen oder im Gesicht. Es handelt sich um gutartige Hautwucherungen mit zerklüfteter, rauer und schuppiger Oberfläche, die an einen Blumenkohl erinnern können. Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig, da ihr Immunsystem die Erreger noch nicht ausreichend bekämpfen kann.

Flachwarzen treten vor allem in der Pubertät auf, deshalb werden sie auch als „juvenile Warzen“ bezeichnet. Sie befallen bevorzugt Gesicht, Handrücken oder Unterarme. Es handelt sich um kleine, nur leicht erhöhte Warzen, manchmal leicht bräunlich gefärbt. In einigen Fällen vermehren sie sich plötzlich sehr stark.

Plantarwarzen (auch Dornwarzen genannt) entstehen an der Fußsohle. Durch den Druck des Körpergewichts wachsen sie nicht nach außen, sondern wie ein Dorn in die Tiefe. Das kann sehr schmerzhaft beim Gehen sein und zu Fehlhaltungen führen.

Pinselwarzen bilden dicht beieinander stehende, fadenförmige Wucherungen aus, die manchmal fransig aussehen. Sie finden sich oft im Gesicht, weshalb sie optisch als sehr störend empfunden werden.

Feigwarzen sind feste, kleine Knötchen mit unregelmäßiger Oberfläche. Sie sind sexuell übertragbar und befallen nur den Genitalbereich. Sie sollten frühzeitig behandelt werden, denn sie können an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sein.
Dellwarzen gehören nicht zur Gruppe der eigentlichen Warzen, denn sie werden nicht durch Papillomaviren, sondern durch einen Erreger aus der Familie der Pockenviren ausgelöst. Die kleinen Hautknötchen, die in der Mitte eine Delle haben, können sich auf dem ganzen Körper verteilen und sind hoch ansteckend.

Stielwarzen sind nicht virusbedingt und deshalb auch nicht ansteckend. Es handelt sich um harmlose Gewebewucherungen, sogenannte weiche Fibrome. Die Gewebestruktur ist locker, die „Warzen“ wachsen oft an stielartigen Gebilden, meist in Hautfalten oder dort, wo Kleidungsstücke reiben: am Hals (Hemdkragen-Bereich), in den Achselhöhlen, in der Leistengegend oder unter der Brust, auch um die Augen herum. Erbliche Veranlagung scheint für das Auftreten eine Rolle zu spielen, betroffen sind vor allem ältere Menschen. Gutartig, jedoch optisch störend. Außerdem können sich Stielwarzen leicht entzünden.

Alterswarzen (medizinisch: seborrhoische Keratose) sind ebenfalls keine durch Viren verursachte Warzen, sondern gutartige Hautwucherungen, die typischerweise aus sogenannten Altersflecken entstehen. Sie treten ab dem 50. Lebensjahr vermehrt auf, bei manchen Menschen auch schon in jüngeren Jahren, und an Stellen, die im Laufe des Lebens vermehrter Sonnenstrahlung ausgesetzt waren: Gesicht, Hände, Arme, Rücken. Für viele Menschen ästhetisch beeinträchtigend.

Die verschiedenen Warzen oder warzenähnlichen Hauterscheinungen werden – je nach Diagnose – völlig unterschiedlich behandelt. Der Dermatologe verfügt über ein differenziertes Arsenal an Therapien. Viruswarzen können mit Salicylsäure „weggeätzt“, chirurgisch abgetragen, mit flüssigem Stickstoff vereist oder mit dem Laser verdampft oder verödet werden. Gegen die vier wichtigsten HPV-Typen, darunter die Risikotypen 16 und 18 (die für die gefährliche Form von Feigwarzen verantwortlich sind) kann man sich durch eine wirksame Impfung schützen. Insbesondere für Mädchen zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr wird diese Impfung von der ständigen Impfkommission dringend empfohlen, um Genitalwarzen und der möglichen Folge Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen.

Bei Alterswarzen, die aufgrund ihres Aussehens leicht mit Krebs verwechselt werden können, ist eine Abklärung und auch ein regelmäßiger Hautcheck beim Hautarzt anzuraten. Sie lassen sich unkompliziert und effizient per Laser entfernen. Auch die unansehnlichen Stielwarzen können chirurgisch, durch Vereisung oder mit moderner Lasertechnik ambulant „eliminiert“ werden.

Dr. Joachim von Rohr ist Dermatologe, Phlebologe und Allergologe an der Clínica Picasso in Palma. Tel.: 971-22 06 66.
www. clinica-picasso.eu

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Webseite verwendet Cookies, sowohl eigene als auch von Dritten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Weitere Informationen zur Cookie-Richtlinie.

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close