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Corona Virus auf Mallorca – reale Gefahr oder Panikmache?

Das Coronavirus, im Fachjargon der Mediziner COVID 19 genannt, ist ein neuartiges, erst im letzten Quartal des Jahres 2019 in der chinesischen Provinz Wuhan entdecktes Virus aus der Gruppe Coronarviren. Wir kennen diese Gruppe aus früheren Pandemien wie die SARS (Schwere Akute Respiratorische Syndrom) Pandemie 2002/2003 und der 2012 aufgetretenen „Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus“ (MERS-CoV-Pandemie). Bisher sind aus dieser Gruppe sieben Varianten bekannt, die auch den Menschen befallen können.

Eine Pandemie ist eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Infektionskrankheit, im Unterschied zur Epidemie ist eine Pandemie örtlich nicht beschränkt. Da sich mittlerweile in mehr als 50 Ländern oder Regionen Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus bestätigt haben, können wir heute sehr wohl von einer neuen Pandemie sprechen. Die schlimmste, durch ein Virus ausgelöste, Pandemie der Geschichte war die sog. Spanische Grippe, die 1918 binnen weniger Monate die Erde umrundete und bis 1920 je nach Schätzung 20 bis mehr als 100 Millionen Menschen tötete.

Corona Virus Ansteckung

Wie wird das Coronavirus übertragen und welche Zeit vergeht bis zu den ersten Symptomen?

Ähnlich wie bei der Grippe wird das Virus über Schmierinfektion oder als Tröpfcheninfektion übertragen. Bei einer Schmierinfektion werden befallene (kontaminierte) Personen oder Oberflächen mit der Hand berührt, welche dann in Kontakt mit der körpereigenen Schleimhaut (Nase, Mund, Augen) die Viren auf diese Eintrittspforten deponieren und so ein Eindringen in den bisher gesunden Körper ermöglichen.

Eine Tröpfcheninfektion erfolgt über vor allem beim Niesen und Husten ausgestoßene, erregerbelastete Minitröpfchen. Aber auch schon beim Sprechen sind Übertragungen denkbar.

Ist das Coronavirus wirklich infektiöser als z.B. eine „normale“ Virusgrippe?

Die Antwort ist klar nein. Aber – und hier liegt die Gefahr – die Übertragung ist wahrscheinlicher. Lagen bei der SARS Epidemie 2002/2003 wegen des schweren Krankheitsverlaufes so gut wie alle Infizierten zu Hause im Bett oder im Krankenhaus, gehen viele mit dem Coronavirus infizierte Menschen mit Husten zur Arbeit oder Einkaufen, was wiederum zu einer wesentlich leichteren Verbreitung des Virus führt.

 

Welche Symptome treten bei einer Infektion mit dem Coronavirus auf? Wie kann man diese Infektion von einer normalen Erkältung oder einer Virusgrippe unterscheiden?

Die Inkubationszeit, also die Zeit die zwischen dem Erstkontakt mit dem Virus und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen, beträgt zwischen 3 bis 7 Tage mit einem Maximum von 14 Tagen. Das Tückische ist, dass sich die ersten Anzeichen wie Fieber, Atemwegsbeschwerden, Schlappheit und Husten kaum von einer banalen Erkältung oder einer Virusgrippe unterscheiden lassen. Hingegen gehören Schupfen und Halsschmerzen aber auch ein produktiver Husten mit Schleimauswurf eher nicht zu den typischen Beschwerden des neuen Virus. Da der neue Erreger vor allem die unteren Atemwege befällt, haben die Infizierten überwiegend einen trockenen Husten, nicht aber Halsschmerzen. Beim Coronavirus entwickeln 80 Prozent der Patienten nur eine ganz leichte Symptomatik, etwa Husten, Schnupfen, Fieber. Die restlichen 20 Prozent erkranken an einer Lungenentzündung.

Doch muß an dieser Stelle nochmals ganz klar betont werden, dass es derzeit letztlich keine zuverlässigen Unterscheidungsmerkmale zwischen einer Virusgrippe (Influenza) und einer Infektion mit dem Coronavirus gibt.

Coronavirus: Welche Symptome?

Warum sterben Menschen an dieser Infektion?

Kritisch wird es, wenn es zu einem schweren Verlauf einer Lungenentzündung bis hin zu einem Lungenversagen kommt. In diesen Fällen kann die Atemnot derart zunehmen, dass eine intensivmedizinische Überwachung erforderlich wird oder der Patient gar in ein künstliches Koma versetzt werden muß um ihn maschinell zu beatmen.

Verständlicher Weise haben Menschen mit vorbestehenden schweren Vorerkrankungen wie Lungen- oder Herzkreislauferkrankungen Diabetes oder Menschen mit abgeschwächtem Immunsystem eine besonders hohe Komplikationsrate aufweisen. Dies erklärt auch, warum eher überwiegend ältere Menschen an einer Corona Infektion versterben als gesunde jüngere Mitbürger. Zudem scheint die Krankheit für Männer gefährlicher zu sein als für Frauen, auch Kinder erkranken deutlich seltener als Erwachsene. Die Gründe hierfür sind bisher unklar.

 

Wie kann man die Diagnose sichern?

Jeder Patient mit einem schweren Atemwegsinfekt oder eine Pneumonie sollte zunächst auf die weitaus häufigere Influenza A und B mittels eines Schnelltests untersucht werden. Ist dieser negativ und kommt der Patient aus einem Risikogebiet oder hatte gar Kontakt zu möglichen Infizierten Personen, muß ein Abstrich aus dem Nasen- und Rachenraum abgenommen und ins Labor geschickt werden. Ein Schnelltest ist derzeit noch nicht verfügbar.

Schützen Masken vor dem Coronavirus auf Mallorca?

Wie kann man sich vor einer Übertragung des Coronavirus schützen und wie schütze ich andere am besten?

Aufgrund der möglichen Schmierinfektion bei Kontakt mit befallenen Oberflächen sollte vor allem auf eine ausreichende Händehygiene geachtet werden. Häufigeres Waschen mit Wasser und Seife oder besser mit einem alkoholischen Desinfektionsmittel sind ausreichend. Problematisch sind vor allem Oberflächen, die von vielen Menschen benutzt werden wie Türklinken, Toilettenspülungen oder Wasserhähne der öffentlichen Toiletten, aber auch Festhaltestangen und Türöffner in den öffentlichen Verkehrsmitteln. So komisch es auch klingen mag, benutzen Sie entweder ein Taschentuch oder Handschuhe, letztere sollte täglich gewaschen werden.

Normale Mundschutzmasken helfen bereits infizierten Personen eine Ausbreitung über Tröpfchen zu vermeiden um so Personen in ihrem Umfeld zu schützen. Tragen infizierte Personen einen Mundschutz, verhindert dies, dass sie ihre Hände durch Berühren von Mund und Nase kontaminieren. Wird zusätzlich vermieden, dass sie sich an die Augen fassen, sinkt nach Expertenmeinung das Risiko einer Schmierinfektion auf annähernd Null.

Wenn man husten oder niesen muss, dann deutlichen Abstand von anderen nehmen (1,5 – 2 Meter) und möglichst ein Taschentuch oder die textilbedeckte Ellenbeuge nutzen, um die Tröpfchen aufzufangen. Erkrankte Personen sollten Menschenansammlungen möglichst vermeiden, generell sollte man in diesen Zeiten keine Hände schütteln und von mit engem Kontakt verbundenen Begrüßungs- und Abschiedsritualen absehen.

Das Tragen einer Atemschutzmaske allein kann eine Ansteckung eines gesunden Menschen aber nicht verhindern. Hier bedarf es einer sog. FFP2 oder FFP3 Atemschutzmaske, die einen Filter und ein Ventil haben und somit einen deutlich besseren Schutz vor Infektionen bieten. Aber auch diese sollten alle 3 Tage ausgetauscht werden.

Was tun bei Infektionsverdacht?

Das ist eine heikle Frage. Rufen Sie in jedem Fall die Praxis oder das Krankenhaus vor dem Besuch an, dies ermöglicht dem Personal entsprechende Schutzmaßnahmen für sich und den Patienten zu ergreifen.  In der Regel werden Erkrankte bei begründetem Verdacht in einen isolierten Raum gebracht. Wir selbst führen zunächst nach einer Untersuchung einen Schnelltest auf Influenza A und B durch. Ist dieser negativ und besteht ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus sollte eine Ambulanz gerufen werden, die entsprechend ausgerüstet ist um den Patienten nach Voranmeldung in eine Klinik mit einer Isolationsstation bringen kann.

Besser wäre es zu Hause zu bleiben und den Arzt zu bitten einen Abstrich vor Ort machen zu lassen.

 

Gibt es schon eine Behandlungsmöglichkeit?

Bisher verliefen einige Tests mit bekannten Virusmedikamenten erfolgversprechend, doch ist bisher nur eine kleine Gruppe von Menschen damit behandelt worden, so dass eine sichere Aussage erst in wenigen Monaten möglich sein wird. Ein Impfstoff ist nicht verfügbar, an diesem wird aber mit Hochdruck gearbeitet.

Die aktuelle Pandemie mit dem Coronavirus ist nicht die erste und sicherlich auch nicht die letzte. Sicher ist, dass man aufgrund der weltweiten Mobilität eine weitere Ausbreitung nicht verhindern können wird. Sicher ist aber auch, dass Panikreaktionen nicht angebracht sind, denn auch diese Pandemie wird ein Ende finden, so wie es bei der SARS Epidemie der Fall war.

Wir sollten uns auch immer vergegenwärtigen, dass weiterhin wesentlich mehr Menschen an einer Grippe versterben als an einer Corona Viruserkrankung. In der aktuellen Saison (Stand 29.1.2020) gibt es bislang 4439 bestätigte Influenzafälle in Deutschland, die Dunkelziffer dürfte ein Vielfaches betragen. Laut Robert-Koch-Institut werden im Verlauf von Grippewellen fünf bis 20 Prozent der Bundesbürger angesteckt (also Millionen Menschen). In Spanien sieht es ähnlich aus: laut einer aktuellen Statistik sterben 10% der an einer schweren Grippe erkrankten Menschen.

Weltweit sterben jedes Jahr zwischen 290 000 bis 650 000 Menschen an Influenza, auch hier dürfte die Dunkelziffer deutlich höher liegen. Diese Zahlen bestätigen, dass man noch weit davon entfernt ist das Coronavirus auf die gleiche Stufe zu stellen, wie das Grippevirus. Dennoch müssen wir Ärzte diese Pandemie ernst nehmen und durch intensive Aufklärung und Maßnahmen auch auf eine Welle infizierter Menschen hier auf der Insel vorbereitet sein.

Internist kontaktieren:

Tel.: 677 422 222

Mail: luai.chadid@clinica-picasso.eu

Dr. Luai Chadid
Innere Medizin & Kardiologie

Cardiologists in Mallorca, Doctor Luai Chadid of Clinica Picasso
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Artikel-Fotos von www.unsplash.com

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